Röthenbach liegt an der Fernstrecke
München- Kempten- Immenstadt- Lindau zwischen km 113,3 und km 115,0 auf 705
Meter über Meereshöhe in der hügeligen Allgäuer Voralpenlandschaft. Der
Bahnhof selber ist ca. 1,5 km vom Ortskern entfernt und liegt auf einem
hohen Bahndamm. Dieser Damm war übrigens bei Eröffnung der Strecke 1853 und
noch lange danach mit 525m Länge, 53m Höhe und 280m Basisbreite der größte
Eisenbahndamm der Welt! Wozu, wird man nun fragen, braucht so ein Dorf eine
D-Zug- Station? Von diesem Dorfbahnhof zweigten zwei Nebenbahnen ab
(welche leider heute nicht mehr existieren): die 1893 gebaute 6 km
lange Strecke nach Weiler im Allgäu und die 1901 eröffnete 12 km lange Linie
über Lindenberg nach Scheidegg. Und dank dieser Nebenstrecken halten in
Röthenbach auch heute noch D-Züge.
Mittlerweile hat der WEF 37 Mitglieder
der unterschiedlichsten Altersgruppen. Fast jeder besitzt selbst eine Anlage
zu Hause, wobei die Spurweiten von Spur Z bis zur LGB reichen.
1987 wurde ein weiterer Wagen, ein
Post 2-a/14,5, erworben und zu einem Vereinsheim, im doppelten Sinn des
Wortes „Lokalbahnstüble“ genannt, ausgebaut. Das rege Vereinsleben umfasst
unter anderem den „Tag der offenen Tür“, der jährlich an einem Sonntag im November
statt findet. An diesem Tag wird dem interessierten Publikum von nah
und fern die neuesten Um- und Anbauten auf der Anlage gezeigt.
Längst sind natürlich die Zeiten vorbei,
als in Röthenbach noch Hochbetrieb herrschte. Die Allgäustrecke ist verdieselt und fährt mit Neigezugtechnik und Dieselloks der Baureihe 218.
Früher fuhren hier stolze Dampflokomotiven der Baureihe G10, die 50er, die
ersten 23er, die P 8 und P 10 und allen voran die bayerische S3/6 aus dem
Hause Maffei. Die Nebenstrecken nach Weiler und Lindenberg/Scheidegg
existieren wie gesagt nicht mehr. Inzwischen dienen die alten Strecken als
Fuß- und Fahrradwege.
Die EC’s Bavaria, Schweizerland und
Gottfried Keller rauschten in 218 Doppeltraktion am Bahnhof Röthenbach
vorbei.